Monika und Sabine waren für zwei Wochen auf Bali. Mitgebracht haben sie viele tolle Bilder und diesen Reisebericht

Unsere erste Station auf unserer kleinen Tauchrundreise waren die Extra Divers im Gawana Resort, direkt im West-Bali-Nationalpark. Die Tauchbasis ist idyllisch direkt an der Bucht gelegen. Dort verfügt die Basis über einen eigenen Steg, wovon auch die Tauchgänge beginnen und enden. Geleitet wird die Basis von Blacky, einen sehr kontaktfreudigen schwarz-weißem Kater. Glaubt dem Robert Mayr dort also nicht, er ist dort nicht wirklich der Chef.

Die meisten Tauchgänge finden um die vorgelagerte Insel Menjangan statt, die zum Nationalpark gehört. Von dort kann man direkt auf die Insel Java blicken. Auf der Insel selbst gibt es nur einen Tempel und bettelnde Rehe. Man kann dort Ausflüge hin machen. Die Unterwasserwelt dafür sprüht regelrecht über vor Leben.

Besonderheiten dort sind außerdem das Korallenansiedlungsprogramm im Hausriff, Mandarinfische und ganz besonders ist die Secret Bay. Dort findet man Anglerfische, Kardinalsbarsche, Seepferdchen und viele, viele Makrosachen. Die Sandbucht ist nicht besonders tief, aber kühl! Als wir dort waren, herrschte eine Wassertemperatur von 22 Grad Celsius. Da man viel zu gucken hat, bewegt man sich natürlich nicht viel, weshalb ich mit meinem 5 mm Anzug sehr schnell anfing zu frieren. Besser an der Basis noch einen Shorty zum Drüberziehen leihen.

Das Resort selbst ist sehr komfortabel, mit schöner Terrasse und Hollywoodschaukel mit Blick auf die Bucht, dazu großer Garten hinter dem Bungalow mit offenem Badezimmer. Zumeist sind wir zum Essen nach draußen gegangen. Es gibt mehrere kleine Warung in der näheren Umgebung. Sonst nicht viel. Ein Dekobierchen kann man super in der Basis mit Robert zusammen trinken. Ansonsten gibt es am wirklich schönen Pool eine kleine Bar neben dem Restaurant. Wir haben uns im Resort sehr wohl gefühlt.

Das zweite Etappenziel führte uns in den kleinen Ort Tulamben. Er ist bei Tauchern sehr bekannt, weil dort das Wrack der Liberty in unmittelbarer Strandnähe liegt. Außerdem gibt es eine sehr schöne Steilwand und ein Hausriff mit dem Namen Coral Garden. Im Coral Garden gibt es sowohl natürliche, kleine, verstreute Riffe (ich habe noch nie so viele Anemonen und Anemonenfische an einer Stelle gesehen), wie auch jede Menge tolle Skulpturen, die zur Ansiedlung von Korallen dienen. Das Ansiedlungsprojekt trägt auch schon eine Menge Korallen und zieht damit auch jede Menge großer und kleiner Fische an.

Abgestiegen sind wir im Tauchterminal Tulamben. Komfortabel und kurze Wege, sehr empfehlenswert. Es gibt auch in der Mitte eine sehr schöne Bar. Moni und ich haben es aber vorgezogen auf den Sonnenliegen auf unserer Sonnenterrasse vor dem Zimmer unser Bierchen zu trinken.

Von der Liberty selbst ist nicht mehr viel übrig, das Salzwasser hat seinen Tribut gefordert. Aber es ist ein wirklich tolles Riff mit sehr viel Leben, unter anderem auch Büffelkopfpapageifische. Besonders schön ist die Liberty bei Nachttauchgängen, jedoch aber auch voller Taucher. Die Steilwand ist bis mittags sehr schön zu Betauchen, danach ist leider die Sonne  weg.

Von Tulamben sind wir nach Pandangbai gefahren und haben dort ein Speedboot zur Nachbarinsel Pendia genommen. Auf Penida tauchten wir mit der Basis vom Nusa Penida Diveresort. Als Tauchbasis sehr empfehlenswert, als Unterkunft nicht! Es sei denn, man mag es sehr einfach, klein, benötigt kein warmes Wasser oder ein richtig sauberes Zimmer. Dafür kostet die Woche dort aber nur 80 US Dollar, inkl. Frühstück.

Wir haben es vorgezogen in das Saka Boutique Hotel, 3-4 Gehminuten von der Basis entfernt, einzuchecken. Sehr schöne, wenn auch kleine Zimmer, Garten mit nettem Pool und Liegen und eine Dachterrasse mit sehr schönem Ausblick auf das Meer und den Sonnenuntergang. Essen sind wir, wie überall nach außerhalb gegangen. Am Strand gibt es 2 sehr einfache Warung. Das Essen ist aber prima und es gibt kostenloses WiFi, fast überall gibt es mittlerweile kostenloses Wifi.

Aber die Insel Penida ist kein Tauchrevier für Anfänger! Dort gibt es sehr viel Großfisch, wie Hai, Rochen, Mantas und natürlich dem absoluten Star, dem Mola-Mola (Mondfisch). Und die gibt es dort so zahlreich, weil das Wasser wie durch Kanäle zwischen den Inseln hindurchgepresst wird und kaltes Wasser aus der Tiefsee nach oben steigt. Außerdem herrscht immer Strömung. Manchmal wechselt die Strömung auch während des Tauchgangs und es kann zu gefährlichem Tiefensog kommen. Die Tauchgänge dort sind fast ausschließlich Tieftauchgänge. Ein gutes Luftmanagement ist empfehlenswert, ansonsten sind die Tauchgänge immer sehr kurz und der Rest der Gruppe könnte irgendwann da nicht mehr nett drauf reagieren.

Leider hatten wir kein Glück und haben keine Mondfische gesehen. 

Nach insgesamt 14 Tagen Power-Tauchen und 28 Tauchgängen sind wir mit dem Speedboot direkt nach Sanur gefahren und von dort aus zum Flughafen. Wir sind über Singapur geflogen. Da wir noch etliche Stunden Zeit hatten, bis der Flieger nach Deutschland weiter ging, haben die Moni und ich uns ein Taxi geschnappt und sind nochmal nach Singapur rein gefahren.

Das war aber wirklich alles, was wir an „Kultur“ und Sightseeing auf unserer Reise gemacht haben.

Zu Indonesien selbst nochmal: Die Indonesier haben starke Umweltprobleme, die hausgemacht sind. Dazu zählt die übermäßige Urwaldrodung und vor allem die Brandrodung (in Singapur war alles voller Smog, weil der Wind aus Indonesien kam und dort wieder die Urwälder in Flammen standen) und natürlich die Umweltverschmutzung, hier besonders das fehlende Abfallmanagement. Die Brandrodungen finden statt, um Palmölplantagen anzulegen. Das Palmöl wandert dann als billiges Öl in unsere Kosmetika, Nahrungsmittel und als Biobenzinanteil in unseren Tanks.

Das Abfallproblem ist direkt und unmittelbar sichtbar. Alles wird einfach auf der Straße, Wiesen, Wald und Felder, Meer und den Flüssen entsorgt. Manchmal läuft man durch Unmengen von Plastik. Wie es dort um das Grundwasser bestellt ist, das möchte ich gar nicht erst wissen!

Auf unseren Tauchgängen ist uns auch immer wieder Müll begegnet. Da ich nicht zum erst Mal dort war, habe ich ein Müllnetz mit zu den Tauchgängen genommen und habe rumtreibenden Plastikmüll in den Riffen eingesammelt. Es ist nicht viel, aber es für mich ein Anfang. Zudem bin ich auf diese Art und Weise zu zwei neuen BHs gekommen <grins>.